#SWR und ARD: Rassismus zur besten Sendezeit

„Verstehen Sie Spass“- Moderator Guido Cantz irritiert durch eine rassistische Praxis – das Blackfacing. Damit wurde in der Kolonialzeit ein weißes Publikum belustigt – auf Kosten der schwarzen Menschen und ihrer Würde.

In der Sendung, die vom öffentlich-rechtlichen Sender SWR produziert wurde und am kommenden Samstag ausgestrahlt wird, tritt er schwarz geschminkt und mit dicken roten Lippen als Südafrikaner im Schweizer Fernsehen auf. In der Show des Schweizer Kollegen wird Menschen geholfen, ihre vermissten Angehörigen zu finden – alles mit viel Herzschmerz, Geigen und Tränen. Eine Schauspielerin wurde dort von Verstehen Sie Spass eingeschleust, um den Moderator Röbi Koller glauben zu machen, sie vermisse ihren Vater. Das Team der Schweizer Sendung „Happy Day“ konnte ihn angeblich finden. Der vermeintlich afrikanische Vater, Guido Cantz mit Blackfacing, tritt dann als schwarzer, dümmlicher Mann mit starkem Akzent auf, um Koller vorzuführen und bedient damit die dumpfesten Klischees.

Die medienkritische Plattform Übermedien verweist auf die kolloniale Historie dieser rassistischen Praxis – die längst geächtet schien. Dies stört bei SWR und ARD offenbar niemanden. Auf Nachfrage wiesen sie die Kritik als unbegründet zurück. Seit Jahren versuchen Schwarze Deutsche auf offene und versteckte rassistische Praxen hinzuweisen und das Einfühlungsvermögen der Weißen Deutschen zu sensibilisieren.

Es ist skandalös und ein Angriff gegen die Würde des Menschen, dass nun Rassismus und Blackfacing im öffentlich-rechtlichen Fernsehen rekonstruiert und wieder hoffähig gemacht werden. Beide, SWR und ARD, verstoßen gegen das Grundgesetz und ihre Programmrichtlinien, weshalb wir sicher eine Programmbeschwerde einreichen werden, sollte die Sendung tatsächlich am Samstag in dieser Form ausgestrahlt werden.

 

 

27. Oktober 2016 von Christine Horz
Kategorien: Allgemein | 1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Ziel muss sein, dass diese Sendung erst garnicht ausgestrahlt wird. Auch haben SWR und die ARD in ihren Programmen bereits kritisch über Blackfacing berichtet. Das bedeutet die Sendung wurde mit der bewussten Inkaufnahme der Verunglimpfung von Schwarzen Menschen produziert. In Verbindung mit der Tatsache, dass Blackfacing mittleiweile als rassistische und diskriminierende Praxis anerkannt wird, rückt die Sendung in die Nähe von Volksverhetzung. Ich hoffe doch sehr, dass der SWR den Beitrag aus der Sendung entfernt, sich öffentlich entschuldigt und entsprechende Konsequenzen für die Programmverantwortliche Barbara Breitenbach veranlasst.

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