#ARD führt Qualitätsmanager unter Berücksichtigung von Zuschauerbeschwerden ein

Im kommenden Jahr will die ARD Aktuell Redaktion, die auch tagesschau und tagesthemen verantwortet, die Stelle eines Qualitätsmanagers (ist es wieder ein Junge?) einführen, wie heise.de berichtet. Diese/r solle die Zuschauerkritik in der redaktionellen Arbeit berücksichtigen. Das ist sehr begrüßenswert und es bleibt zu hoffen, dass er oder sie nicht nur dazu da ist, Zuschauerbeschwerden abzublocken, sondern aus dem Wust an Zuschriften die konstruktive Kritik in die Redaktion vermittelt. Er/Sie sollte seine/ihre Arbeit transparent machen und auch den Kontakt mit dem Publikum suchen.

ARD Aktuell bekommt nach Aussage des Chefredakteurs Kai Gniffke täglich 200 Kommentare per Mail, 2000 Kommentare via tagesschau.de und 8000 Posts auf Facebook. Gniffke bemängelte während einer Vorlesungsreihe an der Universität Hamburg, dass viele Zuschauerkommentare „Hassreden“ seien. Sie würden eher schwarz-weiß argumentieren.

Wenn dem so ist, müssten sich Zuschauer und Zuschauerinnen auch an die eigene Nase fassen – Medienkritik ist wichtiger denn je. Sie sollte aber so formuliert sein, dass eine inhaltliche Debatte geführt werden kann. Denn nur sie trägt dazu bei, dass sich etwas ändert und dem Publikum auch zugetraut wird, mehr Mitverantwortung für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu übernehmen.

 

08. Dezember 2016 von Christine Horz
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#Programmbeschwerde: GEW Erlangen sieht Programmgrundsätze bei TTIP Berichterstattung verletzt

Die GEW-Erlangen hat eine Programmbeschwerde an die ARD geschickt, weil sie die Programmgrundsätze durch die Berichterstattung über die TTIP-Proteste verletzt sieht. In der Tagesschau, 20 Uhr, der meistgesehenen Nachrichtensendung in Deutschland, wurde am 17.09.2016 in der Anmoderation von „zehntausendfachem“ Protest gesprochen. Tatsächlich nahmen an den Großdemonstrationen gegen das Freihandelsabkommen in über 7 Städten aber zwischen 200.000 (Polizeiangabe) und 320.000 (Veranstalter) Menschen teil. Der GEW-Erlangen kritisiert die Diskrepanz zwischen „Zehntausenden“ und mehreren hunderttausend TeilnehmerInnen als tatsachenwidrig. Interessant ist die Antwort des NDR-Chefredakteurs Aktuelles, Kai Gniffke.

„Angesichts der laut Polizeiangaben gesicherten Teilnehmerzahl von rund 200.000 hätte auch die Möglichkeit bestanden, von ‚Hunderttausenden Demonstranten‘ zu sprechen. Diese Formulierung hätte aber eine tatsächliche Zahl von 500.000 oder mehr suggeriert. Die Redaktion hat sich bei der Abwägung entschieden, die sichere Formulierung ‚Zehntausende“ zu verwenden und gleichzeitg die Schätzungen der Veranstalter ausdrücklich zu nennnen“.

Wie Herr Gniffke darauf kommt, dass Hunderttausende „500.000 oder mehr“ suggerieren, und warum er die Formulierung „Zehntausende“ trotz bestätigter Polizeiangaben von 200.000 für „sicher“ hält, hat er nicht verraten.

 

 

 

01. Dezember 2016 von Christine Horz
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#koelnhbf: Studie zur Berichterstattung von ARD und ZDF

Die Kommunikationswissenschaftlerin Ricarda Drüeke hat für das Gunda-Werner-Institut für Feminismus sowie die Heinrich-Böll-Stiftung die erste wissenschaftliche Studie zur Berichterstattung von ARD und ZDF über die Kölner Silvesternacht vorgelegt. Drüeke macht darin drei problematische Themenfelder der Berichterstattung aus. Erstens, die Konstruktion einer Tätergruppe, wodurch Sexismus und sexualisierte Gewalt mit einer Herkunftskultur verknüpft werden. Zweitens, die vielen Leerstellen – also unbeantworteten und fragliche Details der Vorkommnisse. Darunter z.B. dass Sexismus als weitverbreitetes, strukturelles Phänomen nicht thematisiert wird und das Fehlen kritischer Stimmen in den Berichten von ARD und ZDF. Drittens, der Einsatz der visuellen Mittel in den Nachrichtensendungen von ARD und ZDF, der sich fast ausnahmslos auf wenige Handyvideos stützte, auf welchen lediglich große Menschenansammlungen zu erkennen waren. Personen, die sich zu den Vorfällen äußerten waren meist Repräsentanten von Polizei und Politik, Opfer kamen so gut wie nicht zu Wort, so dass Polizisten und Politiker die Deutungsmacht in den Nachrichtensendungen hatten.

Die quantiative und qualitative Studie zeigt viele offene Fragen auf. So dient als angeblicher Beweis der Taten ein handgeschriebener Zettel.

Als mögliche Lösungen werden die Taten bei ARD und ZDF nicht etwa in den größeren Zusammenhang von Sexismus und sexualisierter Gewalt in Deutschland gebracht und wie dem zu begegnen ist. Vielmehr legen die Nachrichtenformate der beiden Fernsehsender in Anlehung an rechts-konservative Politiker die Verknüpfung von sexualisierten Übergriffen und Bleiberecht nahe. Als einizige politische Lösung wird die schnelle Abschiebung diskutiert –  weil, so suggerieren es tagesschau und heute, sexualisierte Gewalt eben nur vom „anderen“ Mann ausgeübt werden kann. Sie sitzen damit einem rassistischen Zirkelschluss auf, den sie selbst mit konstruiert haben.

Am Ende verweist Drüeke auf die Verantwortung des Journalismus.  Dazu gehören ethische Maßgaben sowie die Sorgfaltspflicht – aber nicht die Homogenisierung, Abwertung und Kulturalisierung von Menschen. Sie fordert, dass ARD und ZDF auch die kritische Netzöffentlichkeit, NGOs und Wissenschaftler zu Wort kommen lassen, damit die Bandbreite der Berichterstattung größer wird. Dadurch erhielte das Publikum die Möglichkeit, sich durch zusätzliche, kritische Stimmen zu informieren, so dass künftig einseitige und rassistische Berichterstattungsmuster vermieden werden können.

28. November 2016 von Christine Horz
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Studie: Starke öffentlich-rechtliche Medien fördern Vertrauen in Mediensystem

Das Reuters Institut in Oxford hat in seinem Digital News Report, einer international vergleichenden Studie mit 26 Ländern, herausgefunden, das ein starker öffentlich-rechtlicher Rundfunk das Medienvertrauen fördert.

Das Schweizer Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft fög , welches die Daten für die Schweiz aufbereitet hat, schreibt:

„Über alle Länder hinweg hat vor allem die Nutzung des öffentlichen Rundfunks einen besonders positiven Einfluss auf das Mediensystemvertrauen.“

Mit dem Vertrauen in öffentlich-rechtliche Medien steigt gleichzeitig die Zahlungsbereitschaft für News sowie die Toleranz gegenüber Werbung. Somit stärkt der traditionell werbeärmere öffentlich-rechtliche Rundfunk auch die kommerziellen Medien und damit das Medienvertrauen in das gesamte Mediensystem. Für Deutschland wurden die Daten vom Hans-Bredow-Institut aufbereitet. Schon 2015 gehörte Deutschland zu den Ländern mit dem höchsten Medienvertrauen.

„Im Ländervergleich zeigt sich außerdem, dass das Vertrauen in die Medien in Ländern mit einem starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk am größten ist. An der Spitze liegt Finnland, wo zwei Drittel der Befragten angaben, den Nachrichten prinzipiell zu vertrauen, in Deutschland sind es 60 Prozent, während das Vertrauen in den USA (32%), Spanien (34%) und Italien (35%) deutlich geringer ist.“

Das Medienvertrauen sinkt mit zunehmender Nutzung von Social Media als Informationsquelle. Da Jüngere verstärkt zu sozialen Netzwerken als Informationsquelle tendieren, ist in diesem Befund ein Genenrationeneffekt eingeschrieben, der auch für Deutschland beobachtet werden kann. In Deutschland gilt jedoch die Besonderheit, dass nach wie vor über 80% der Newssucher dem Fernsehen vertrauen.

Menschen an den Rändern des politischen Spektrums misstrauen den Medien eher, hier vor allem am rechten Rand.

Die European Broadcasting Union, EBU hat in einer eigenen Untersuchung dargestellt, dass das politische Spektrum am rechten Rand dort schwächer ist, wo es einen starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt. Die EBU stellt hier jedoch keinen Kausalzusammenhang her, sondern verweist auf Wechselwirkungen .

18. November 2016 von Christine Horz
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Mehr Transparenz bei ARD und ZDF gefordert

Während des „Mainzer Medien Disputs“ in Berlin fordern prominente Medienrechtler mehr Transparenz bei ARD und ZDF, wie der Branchendienst  epd-medien berichtet. Dieter Dörr von der Universität Mainz stellte fest, dass in der aktuellen Medienwelt der öffentlich-rechtliche Rundfunk mehr denn je gebraucht würde, um demokratische Werte in eine sich weiter ausdifferenzierende Gesellschaft zu vermitteln.

Allerdings müssen ARD und ZDF beim Thema Transparenz deutlich nachlegen. Zunächst sollten sie begreifen, dass sie als öffentlich-rechtliche Anstalten keine Unternehmen seien – und deshalb Transparenzpflicht bestünde. Insbesondere gelte das für die Sportrechte, deren Kosten nicht vollständig über Werbung refinanziert werden können. Da die Zuschauer*innen durch ihre Rundfunkbeiträge beispielsweise die Champions League mit 10 Mio. Euro mitfinanzieren, bestünde ihnen gegenüber Rechenschaftspflicht, so der Freiburger Staatsrechtler Friedrich Schoch.

Zudem sollten die veröffentlichten Daten vergleichbarer werden, so dass das Publikum mit der Transparenz auch etwas anfangen kann. Jörg Langer, der aktuell eine Studie vorbereitet verwies darauf, dass Sportrechte zwar 30 Prozen der Kosten aber nur 6 bis 7 Prozent der Sendefläche ausmachen. Diese Diskrepanz ist aber momentan für die Zuschauer*innen nicht in Zahlen nachvollziebar.

Somit ist eine der Hauptaufgaben der Sender umrissen, nämlich Transparenz zuschauergerechter zu gestalten. Denn gerade weil öffentlich-rechtliche Sender keine Unternhemen sind und weil sie eine öffentliche Aufgabe zu erfüllen haben, kann Transparenz als Teil des Bildungauftrags verstanden werden.

16. November 2016 von Christine Horz
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#VerstehenSieSpass: Rassismus auf Sendung – wir protestieren!

In Samstagabend-Show „Verstehen Sie Spass“ wurde gestern zur besten Sendezeit der Beitrag gezeigt, in dem der Moderator Guido Cantz als Schwarzer geschminkt auftritt.  Bereits im Vorfeld hatte es massive Kritik seitens Schwarzer Deutscher Verbände aber auch der kritischen Zivilgesellschaft und seitens des Vereins zur Etablierung von Publikumsräten gegeben, da Blackfacing als kolonialrassistische Praxis entlarvt ist.

Alleine die Petition des Publikumsrat hat über 500 Petenten und Kommentare mobilisiert. Dass der Beitrag gestern dennoch ausgestrahlt wurde, irritiert auch deshalb, weil es in den vergangenen Jahren eine öffentliche Debatte um die Ächtung von Blackfacing sowie kolonilarassistischen Begriffen in Kinderbüchern gegeben hat.

Verschlimmert wurde die Situation durch die Rechtfertigung des Moderators Guido Cantz am gestrigen Samstag abend, den Beitrag trotz Kritik auszustrahlen. Dies trug zur weiteren Verharmlosung dieser rassistischen Praxis bei.

Wir reichen deshalb eine offizielle Beschwerde beim SWR Rundfunkrat ein. Den Text können Sie hier nachlesen und herunterladen: swr-beschwerde_2

Wir freuen uns, wenn Sie den Text als Vorlage für Ihre eigene Beschwerde nutzen!

30. Oktober 2016 von Christine Horz
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#blackfacing: Petition gegen Verstehen Sie Spass unterzeichnen!

Der Verein zur Etablierung von Publikumsräten hat eine Petition gegen die rassitische Praxis des Blackfacing gestartet. Damit soll erreicht werden, dass die ARD in der morgigen Folge von „Verstehen Sie Spass?“ den betreffenden Beitrag aus dem Programm nimmt.

Helfen Sie durch Ihre Unterschrift mit, dass Rassimus im öffentlich-rechtlichen Fernsehen keinen Sendeplatz bekommt!

Vielen Dank!

28. Oktober 2016 von Christine Horz
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#SWR und ARD: Rassismus zur besten Sendezeit

„Verstehen Sie Spass“- Moderator Guido Cantz irritiert durch eine rassistische Praxis – das Blackfacing. Damit wurde in der Kolonialzeit ein weißes Publikum belustigt – auf Kosten der schwarzen Menschen und ihrer Würde.

In der Sendung, die vom öffentlich-rechtlichen Sender SWR produziert wurde und am kommenden Samstag ausgestrahlt wird, tritt er schwarz geschminkt und mit dicken roten Lippen als Südafrikaner im Schweizer Fernsehen auf. In der Show des Schweizer Kollegen wird Menschen geholfen, ihre vermissten Angehörigen zu finden – alles mit viel Herzschmerz, Geigen und Tränen. Eine Schauspielerin wurde dort von Verstehen Sie Spass eingeschleust, um den Moderator Röbi Koller glauben zu machen, sie vermisse ihren Vater. Das Team der Schweizer Sendung „Happy Day“ konnte ihn angeblich finden. Der vermeintlich afrikanische Vater, Guido Cantz mit Blackfacing, tritt dann als schwarzer, dümmlicher Mann mit starkem Akzent auf, um Koller vorzuführen und bedient damit die dumpfesten Klischees.

Die medienkritische Plattform Übermedien verweist auf die kolloniale Historie dieser rassistischen Praxis – die längst geächtet schien. Dies stört bei SWR und ARD offenbar niemanden. Auf Nachfrage wiesen sie die Kritik als unbegründet zurück. Seit Jahren versuchen Schwarze Deutsche auf offene und versteckte rassistische Praxen hinzuweisen und das Einfühlungsvermögen der Weißen Deutschen zu sensibilisieren.

Es ist skandalös und ein Angriff gegen die Würde des Menschen, dass nun Rassismus und Blackfacing im öffentlich-rechtlichen Fernsehen rekonstruiert und wieder hoffähig gemacht werden. Beide, SWR und ARD, verstoßen gegen das Grundgesetz und ihre Programmrichtlinien, weshalb wir sicher eine Programmbeschwerde einreichen werden, sollte die Sendung tatsächlich am Samstag in dieser Form ausgestrahlt werden.

 

 

27. Oktober 2016 von Christine Horz
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#TerrorIhrUrteil: Militainement in der #ARD

Die ARD rief am heutigen Abend in einem fiktiven Gerichtsprozess die Zuschauer/innen auf, das Urteil zu fällen. In dem Fall, der auf einem Theaterstück von Ferdinand von Schirach beruht, wurde einem Bundeswehrsoldaten vorgeworfen, eine von Terroristen entführte Passagiermaschine abgeschossen zu haben, um dadurch eine größere Menschenmenge zu retten, die sonst von der abstürzenden Maschine getötet worden wären. Der Soldat stand zu seiner Entscheidung. Nun hatte das Gericht und die „Schöffen“ (das Publikum am second screen) darüber zu abzustimmen, ob sie die Entscheidung, die Menschen in der Passagiermaschine zu töten um das Leben anderer zu retten, rechtmäßig sei.

Die Zuschauer/innen votierten zu über 86% für den Freispruch. Auf Twitter fand begleitend eine rege Diskussion statt.

In der anschließenden Debatte in „Hart aber Fair“ machte Gerhart Baum, ehemaliger Bundesinnenminister (FDP), deutlich, warum das Theaterstück im Theater bleiben sollte. Im Kern zielte sein Argument darauf, dass das Massenpublikum des Fernsehen in einem sehr komplexen Fall entscheiden sollte, der ein breites Vorwissen voraussetzt.  Baum, der gegen das Luftsicherheitsgesetz vor dem Bundesverfassungsgericht geklagt hatte und Recht bekam – argumentiert, dass der Staat sich nicht über das Grundgesetz stellen darf.  Im Fall einer Flugzeugentführung darf die Luftwaffe die entführte Maschine folglich nicht abschießen. Der Soldat wäre demnach wohl verurteilt worden. Die Zuschauer stimmten jedoch anders ab, denn im Fernsehen geht es auch um Emotionalisierung. Die juristischen Kenntnisse, die für ein ernsthafte Abwägung notwendig sind, werden in den Hintergrund gedrängt.

Ein Zuschauer stellte auf Twitter eine wichtige Frage: „Die entscheidende Frage ist doch, worauf will uns dieser ARD Medienabend vorbereiten?“ Wir versuchen einmal dies zu umreissen. Wir haben gelernt, „das wir im Krieg sind“, was ein Renegade-Fall ist und was eine Luft-Luft Rakete Iris ist, dass der Terror islamistisch ist (ausblendend, dass in Deutschland tausende von Menschen von Rechtsextremen verletzt und getötet werden), dass das Grundgesetz im Zweifel zur Disposition steht. Entertainement und Militarisierung wird zu Militainement.

Nachtrag: ad-hoc Abstimmung und spontane Meinungsäußerung ist schon im Internet möglich. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sollte vielmehr Themen und Debatten vertiefend behandeln, wie ein lesenswerter Kommentar in der BZ  verdeutlicht.

17. Oktober 2016 von Christine Horz
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#StrukturoptimierungARDundZDF

Seit Sommer tagt eine Arbeitsgruppe der Länder, die den Programmauftrag sowie die Strukturen der öffentlich-rechtlichen Sender optimieren will. Dabei geht es u.a. um eine veränderte Berechnungsgrundlage des Rundfunkbeitrags sowie eine bessere Zusammenarbeit zwischen ARD und ZDF, in Verwaltung, Technik und Sendeproduktion, wie z.B. der Sportberichterstattung.Dies ist ein Anfang, die senderinterne und politische Entwicklung anzuregen, damit der öffentlich-rechtliche Rundfunk den Herausforderungen eines digitalen Medienumfelds und veränderter Nutzergewohnheiten zukünftig gewachsen ist.

Nicht vergessen sollte die Arbeitsgruppe aber das Publikum. Dass dieses an medienpolitischen Themen zumindest ein grundsätzliches Interesse zeigt, belegt die Debatte um den Rundfunkbeitrag. Viele Hörer und Zuschauer haben Petitionen im Netz unterzeichnet, wobei das Thema mittlerweile auch von Parteien wie der AfD oder neoliberalen Think-Tanks als durchaus attraktiv entdeckt wurde. Hier müssten Politik und Sender das Publikum abholen und stärker in die Debatte und Entwicklung einbinden, damit populistischen und ideologisch gefärbten Gruppierungen nicht die Deutungshoheit über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk überlassen wird.

14. Oktober 2016 von Christine Horz
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