#Medienkompetenz: MDR startet M360G

Der öffentlich-rechtliche Rundfunksender MDR startet am heutigen Safer-Internet Day sein Medienkompetenzportal M360G im Web. „Medien360Grad“ plant einen Rundumblick auf aktuelle Medienphänomene wie Fake News und Social Bots. Auch längerfristige Entwicklungen im Journalismus wie das Thema Glaubwürdigkeit oder die Herausforderungen, die durch Generationenunterschiede im Medienkonsum entstehen werden in den Blick genommen.

Die Plattform bündelt unterschiedliche journalistischer Beiträge zum Thema, die unter Rubriken wie „Leitplanke“ oder „Kritiker“ gefasst sind. Einige Teaser verlinken zu anderen Webseiten, anderes stammt vom MDR selbst.

Die Initiative für Publikumsräte weist seit langem darauf hin, dass der gesellschaftliche Auftrag der öffentlich-rechtlichen Medien viel stärker als bisher auch die Medienkompetenzförderung beeinhalten sollte. Insofern begrüßen wir die Medienkompetentinitiative des MDR. Damit sie auch breit wahrgenommen wird, schlagen wir vor, diese auch auf Social Media Kanälen einzubetten, etwa über ein eigenes Facebook Profil und auf Twitter.

07. Februar 2017 von Christine Horz
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#Medienvertrauen: Nutzer positionieren sich deutlicher als früher

Eine Studie der Mainzer Kommunikationswissenschaftler Oliver Quiring und Tanjev Schultz kommt zu einem zunächst verwirrenden Ergebnis: das Medienvertrauen ist gestiegen- aber auch das Misstrauen in die Medien, so die Forscher.

Nutzer würden sich Mediennutzer heute deutlicher positionieren. Das  Medienvertrauen sei zwischen 2008 und heute von 29 auf 40 Prozent gestiegen. Allerdings sei auch die Zahl derer, die den Medien überhaupt nicht vertrauen im gleichen Zeitraum sprunghaft von 9 auf 24 Prozent gewachsen.

Die Medien würden sich zu wenig erklären und das eigene Handeln nicht transparent genug aufarbeiten, so die Wissenschaftler – ein Aspekt auf den auch der Publikumsrat immer wieder hinweist. Im Interview mit dem Branchendienst meedia erläutert Schultz: „Ich glaube nicht, dass den meisten Journalisten bewusst ist, wie wenig man über ihren Beruf weiß“. 39 Prozent der Befragten würden glauben, „dass die Eigentümer der Medien bestimmen würden, was Journalisten zu berichten haben.“

In sozialen Medien bestimme „eine kleine Minderheit den Diskurs“. Weiter sagt Quiring: „Teilweise sind das Leute, die schlicht Spaß an der Provokation haben. Die wollen nur spielen.“ Er rät Journalisten nicht mit sich spielen zu lassen und die Provokationen zu ignorieren.

27. Januar 2017 von Christine Horz
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#Talkshows als Bühne für Rechstpopulisten

Sehenswerter Beitrag in MONITOR vom 19.1.2017. So sollte öffentlich-rechtlicher TV-Journalismus sein: die Monitor-Redaktion deckt auf, dass die ARD-Talkshows mit ihrer polarisierenden Themenwahl den Rechten in die Hände spielen.

22. Januar 2017 von Christine Horz
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Kultur- und Medienausschuss im Bundestag: Expertenrunde zu Öffentlich-Rechtlichen

Angesichts der Debatten um Fake-News wird qualitativ hochwertige Berichterstattung immer wichtiger. Wer sonst, als die öffentlich-rechtlichen Medien haben den Auftrag, dies zu leisten?! Sie sollen eine Integrationsaufgabe erfüllen, in dem sie die gesamte Gesellschaft mit Informationen versorgen, welche die Bürger zur Teilnahme am demokratischen Diskurs benötigen. Dass sie das leider nicht immer in der gebotenen Sorgfalt tun, kritisieren medienkompetente HörerInnen und ZuschauerInnen regelmäßig.

Die Politiker des Ausschusses für Kultur und Medien im Bundestag hatten am 18.1.2017 MedienvertreterInnen und ExpertInnen geladen, um sich darüber zu informieren, wie die öffentlich-rechtlichen Medien zu refomieren seien, um ihren Funktionsauftrag zukünftig besser auszufüllen. In der – leider nicht-öffentlichen – Sitzung stellten VertreterInnen von ARD, ZDF sowie der Zeitungsverleger ihre Sicht der Dinge dar. Auch Dr. Christine Horz als Wissenschaftlerin und Vertreterin der Publikumsratsinitiative war als Expertin geladen. Der rennomierte Mainzer Medienrechtler Prof. Dieter Dörr sowie der Darmstädter Professor für Online-Medien Lorenz-Meyer komplettierten die Riege der Experten. Mit Ausnahme des Zeitungsverlegerverbands, vertreten durch Prof. Fiedler, bestand Einigkeit darin, dass die öffentlich-rechtlichen Medien unverzichtbar sind. Der Vertreter des ZDF, Dr. Langestein wies dringlichst darauf hin, dass die behauptete Konkurrenz von öffentlich-rechtlichen Medien und Zeitungsverlagen heute kaum noch relevant sei. Intermediäre wie Google und social media wie Facebook sowie die darin verbreitete manipulative Kommunikation durch Social Bots und Fake-News hingegen stellten eine echte Gefahr für die Demokratie dar. Auch der Brexit wurde demnach gezielt durch Falschinformationen der BürgerInnen herbeigeführt. Prof. Dörr betonte folglich die Bedeutung der öffentlich-rechtlichen Medien, die hier ein Gegengewicht bilden könnten, vorausgesetzt, dass sie transparenter werden und stärker die Qualität im Blick haben als bisher. Prof. Lorenz-Meyer kritisierte, dass öffentlich-rechtliche Medien zu zaghaft ihre Rolle vertreten würden. Dr. Horz, Vorstand des Publikumsrats betonte vor allem die Bedeutung, die eine stärkere Einbindung konstruktiver Teile der Zivilgesellschaft haben sollte – sowohl in die Planungen der Sendeanstalten selbst als auch in die Medienpolitik, denn auch Medienpolitik kann heute nicht mehr ohne die Bürger gemacht werden. Prof. Dörr bestätigte, dass es sicher Modell gäbe, die rechtlich durchsetzbar seien.

Der insgesamt sehr informative Nachmittag kann als Meilenstein gewertet werden, denn die Politik hat damit ihre Reformwilligkeit und die Zusammenarbeit mit der Wissenschaft und konstruktiven Bürger signalisiert.

20. Januar 2017 von Christine Horz
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Zuschaueranfragen: Sender schweigen

Einen interessanten Erfahrungsbericht eines Zuschauer des SWR druckt die Medienkorrespondenz ab. Der Zuschauer, Herr Ladeur – selbst Rundfunkrechtler – hatte angefragt, ob der SWR nicht eine Sendung des norwegischen öffentlich-rechtlichen Fernsehens übernehmen könne, die ihm sehr gefallen hat.  Das war vor zwei Jahren. Ladeur bezog sich auf das Recht, das Zuschauern einräumt, Eingaben zu machen und das in den Rundfunkstaatsverträgen mehr oder weniger deutlich dargestellt ist.

„Die Möglichkeit, Eingaben zu machen, dient nicht dem Interesse Einzelner, sondern der Gewährleistung der Programmvielfalt. Dies ist das Grundprinzip des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. In der einen oder anderen Weise muss sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk in der Beantwortung von Anregungen (und von ähnlichen Anliegen) über sein Programm erklären, damit einseitige Festlegungen vermieden oder jedenfalls möglichst nicht zu leicht verborgen werden können.“

Es kamen bis heute lediglich standardisierte Antworten zurück und keine Begründung für oder wider den Beitrag. Womöglich sitzen die Sender das einfach aus. Dies wäre wohl nicht verfassungsgemäß, Ladeur spricht vom „Pjöng-Jang-Verfahren“. Öffentlich-rechtliche Sender hätten sich, anders als Privatunternehmen, gegenüber dem Zuschauer zu erklären.

Ein weiterer Faktor wie die Sender Zuschauer effektiv auf Distanz halten, ohne angreifbar zu sein ist das Thema Transparenz. Wenn wir beim Beispiel SWR bleiben: er veröffentlicht zwar seinen Geschäftsbericht, um offen zu legen für was der Rundfunkbeitrag ausgegeben wird. Doch selbst der SWR Sprecher räumt im Interview mit der Stuttgarter Zeitung ein, dass die Daten nur von Fachleuten zu durchschauen sind.

11. Januar 2017 von Christine Horz
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#blackfacing: #SWR antwortet auf Beschwerde des #Publikumsrat

Der SWR Fernsehdirektor Dr. Christoph Hauser hat auf unsere Programmbeschwerde geantwortet. Es ging dabei um eine Sendung von Verstehen Sie Spaß? in der die rassistische Praxis des Blackfacing vorkam.

Hausers Antwort stellt uns nicht zufrieden, da der unreflektierte Umgang mit Rassismus im SWR offenbar bis in die Spitze des Managements reicht, s. hier: swr_antwort

Deshalb bitten wir den Rundfunkrat in einem weiteren Schreiben, darum, über das Thema zu beraten, s. hier: swrantwort-auf-hauser_

16. Dezember 2016 von Christine Horz
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#DeutscheWelle: Beschwerde wegen einseitiger Berichterstattung

Bei der Deutschen Welle (DW) handelt es sich nicht um einen öffentlich-rechtlichen Sender, sondern um den deutschen Auslandssender, der laut DW Gesetz nur im Ausland und nicht im Inland ausgestrahlt werden darf. Weil DW aber mittlerweile online auch hierzulande zu empfangen ist – u.a. mit der Begründung, dass die Geflüchteten formal zum Ausland gehören würden, so dass sie Adressaten von DW sind – und der Sender aus Steuergeldern finanziert wird, befassen wir uns an dieser Stelle mit einer Beschwerde an DW. Konkret geht es um einen Bericht über die Verleihung des Internationalen Demokratiepreises an die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. DW sparte bei seiner Berichterstattung die Proteste von attac aus. Die globalisierungskritische Organisation hatte Frau Mogherini während des Festakts am 11. November in Bonn den Goldenen Panzer verliehen. Entgegen der Laudatio von Martin Schulz, der Frau Mogherini für ihr Bestreben um Demokratie, Frieden und Menschenrechten lobte, macht der Negativpreis auch auf die  Militarisierung der Migrationskontrolle im Mittelmeer durch die Operation Sophia sowie die antidemokratischen Konsequenzen von Freihandelsabkommen wie #TTIP und #CETA aufmerksam, die Mogherini ebenfalls mitverantwortet.

12. Dezember 2016 von Christine Horz
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#ZDF: 9.12. öffentliche Fernsehratssitzung

Der Fernsehrat, das Aufsichtsgremium des ZDF, tagt am 9.12.2016 ab 9.00 Uhr morgens.

Die Sitzung ist öffentlich, das Publikum kann zumindest auf der Zuschauerbank teilnehmen.

 

08. Dezember 2016 von Christine Horz
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#ARD führt Qualitätsmanager unter Berücksichtigung von Zuschauerbeschwerden ein

Im kommenden Jahr will die ARD Aktuell Redaktion, die auch tagesschau und tagesthemen verantwortet, die Stelle eines Qualitätsmanagers (ist es wieder ein Junge?) einführen, wie heise.de berichtet. Diese/r solle die Zuschauerkritik in der redaktionellen Arbeit berücksichtigen. Das ist sehr begrüßenswert und es bleibt zu hoffen, dass er oder sie nicht nur dazu da ist, Zuschauerbeschwerden abzublocken, sondern aus dem Wust an Zuschriften die konstruktive Kritik in die Redaktion vermittelt. Er/Sie sollte seine/ihre Arbeit transparent machen und auch den Kontakt mit dem Publikum suchen.

ARD Aktuell bekommt nach Aussage des Chefredakteurs Kai Gniffke täglich 200 Kommentare per Mail, 2000 Kommentare via tagesschau.de und 8000 Posts auf Facebook. Gniffke bemängelte während einer Vorlesungsreihe an der Universität Hamburg, dass viele Zuschauerkommentare „Hassreden“ seien. Sie würden eher schwarz-weiß argumentieren.

Wenn dem so ist, müssten sich Zuschauer und Zuschauerinnen auch an die eigene Nase fassen – Medienkritik ist wichtiger denn je. Sie sollte aber so formuliert sein, dass eine inhaltliche Debatte geführt werden kann. Denn nur sie trägt dazu bei, dass sich etwas ändert und dem Publikum auch zugetraut wird, mehr Mitverantwortung für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu übernehmen.

 

08. Dezember 2016 von Christine Horz
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#Programmbeschwerde: GEW Erlangen sieht Programmgrundsätze bei TTIP Berichterstattung verletzt

Die GEW-Erlangen hat eine Programmbeschwerde an die ARD geschickt, weil sie die Programmgrundsätze durch die Berichterstattung über die TTIP-Proteste verletzt sieht. In der Tagesschau, 20 Uhr, der meistgesehenen Nachrichtensendung in Deutschland, wurde am 17.09.2016 in der Anmoderation von „zehntausendfachem“ Protest gesprochen. Tatsächlich nahmen an den Großdemonstrationen gegen das Freihandelsabkommen in über 7 Städten aber zwischen 200.000 (Polizeiangabe) und 320.000 (Veranstalter) Menschen teil. Der GEW-Erlangen kritisiert die Diskrepanz zwischen „Zehntausenden“ und mehreren hunderttausend TeilnehmerInnen als tatsachenwidrig. Interessant ist die Antwort des NDR-Chefredakteurs Aktuelles, Kai Gniffke.

„Angesichts der laut Polizeiangaben gesicherten Teilnehmerzahl von rund 200.000 hätte auch die Möglichkeit bestanden, von ‚Hunderttausenden Demonstranten‘ zu sprechen. Diese Formulierung hätte aber eine tatsächliche Zahl von 500.000 oder mehr suggeriert. Die Redaktion hat sich bei der Abwägung entschieden, die sichere Formulierung ‚Zehntausende“ zu verwenden und gleichzeitg die Schätzungen der Veranstalter ausdrücklich zu nennnen“.

Wie Herr Gniffke darauf kommt, dass Hunderttausende „500.000 oder mehr“ suggerieren, und warum er die Formulierung „Zehntausende“ trotz bestätigter Polizeiangaben von 200.000 für „sicher“ hält, hat er nicht verraten.

 

 

 

01. Dezember 2016 von Christine Horz
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